Zusammenarbeit auf Augenhöhe – ein Blick in die Praxis 2017-05-19T15:10:14+00:00

The most exciting breakthroughs of the twenty-first century will not occur because of technology,
but because of an expanding concept of what it means to be human. 

John Naisbitt

Workshop Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Freitag 10. November 2017 // 9-17 Uhr // St.Gallen

Wie geht Zusammenarbeit auf Augenhöhe im unternehmerischen Bereich, wo doch die Verantwortung beim Unternehmer liegt?

Wie kann ich als Unternehmerin Mitarbeitende auf Augenhöhe mitbestimmen lassen?

Fällt die Hierarchie komplett weg und wenn ja, wohin fällt sie und was kommt an ihrer Stelle?

Alle reden von Soziokratie, Holocracy, Teal-Organisationen, NewWork-NewCulture. Was steckt in diesen Begriffen? 

Der gesellschaftliche Wandel revolutioniert die Arbeitswelt und es werden neue Forderungen an ArbeitgeberInnen und -nehmerInnen gestellt.

In diesem eintägigen Workshop geben wir praktische Einblicke in ‘Neue Arbeit, neue Kultur’ und Zusammenarbeit auf Augenhöhe – soziokratisch organisiert. Karin Hufnagl von der Otelo eGen berichtet aus der Praxis eines mit Soziokratie geführten Unternehmens. Suzanne Käser zeigt Alternativen zum Chefentscheid und zur Basisdemokratie auf. 

Inhalte

Teil I – Zwischen Basisdemokratie und Chefentscheid

  • Warum auf Augenhöhe zusammenarbeiten?
  • Wie auf Augenhöhe zusammenarbeiten?
    > Wir lernen unterschiedliche Formen von Kreismoderationen kennen.
    > Wir schauen Beispiele von partizipativ geführten Unternehmen konkret an: Karin Hufnagl, Co-Founder von Otelo eGen stellt die Genossenschaft Otelo eGen vor, die mit Soziokratie arbeitet.
    > Wir erlernen und erleben das Konsent-Verfahren
  • Diskussion und Austausch

Teil II – Und jetzt konkret.

  • Storytelling – Wie und wo kann ich partizipative Entscheidungsverfahren in meiner Organisation anwenden? Und wo sonst noch?
    Diskussion zu Risiken und Nebenwirkungen – Mit welchen Herausforderungen muss ich dabei rechnen? Wie verändert sich meine Rolle als Führungsperson bzw. MitarbeiterIn?
  • Fachinput – Die vier Basisprinzipien in der Soziokratie
  • Methoden und Werkzeuge:
    >  digitale Hilfsmittel, um Zusammenarbeit auch virtuell zu organisieren
    >  Hinweise auf Literatur und weiterführende Ausbildungen

Für wen ist der Workshop?

ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen, Menschen, die das enorme, unerschlossene Potenzial für Innovation, Produktivität und Mitarbeiterengagement von Organisationen mit freisetzen möchten.
Für all jene, die einen konkreten Einblick erhalten möchten in neue Formen der Arbeit ohne gleich eine Ausbildung absolvieren zu müssen.

Preis

CHF 380.00 exkl. Mittagessen.

Ort

Voraussichtlich findet der Workshop in den T-Räumereien in St.Gallen statt.

Leitung

Karin Hufnagl, Suzanne Käser und Katja Breitenmoser

Jetzt anmelden!

Was ist Soziokratie?

Soziokratie hat die Welt tausender Menschen in eine vertrauensvolle, entspannte Atmosphäre für das Zusammenleben und Zusammenarbeiten verwandelt. Die Welt ist in Bewegung! – Immer mehr Menschen glauben daran, dass Kooperation und Partizipation uns gesellschaftlich mehr nützen, als Konkurrenz und Dominanz einzelner Interessengruppen.

Soziokratie ist ein Set von Organisationswerkzeugen, entwickelt von Gerard Endenburg ab 1970. Diese Methode bereichert und stärkt Werte wie Partizipation, Mitverantwortung, zielorientierte Kooperation und Effektivität. Die Anwendung des soziokratischen Modells kann nicht durch blosses „Einlesen“ erlernt werden. 

Die kollaborativen Commons – ein neues ökonomisches Paradigma

In der Wirtschaft finden tiefgreifende Veränderungen statt. Der Ökonom Fredmund Malik spricht von einer Transformation im 21. Jahrhundert und verweist darauf, dass die globalen komplexen Systeme ein Erfolg der Denkweisen des 20. Jahrhunderts sind, aber mit eben diesen nicht mehr gemanagt werden können. In der Gesellschaft zeichnen sich Megatrends ab, wie Globalisierung, Digitalisierung, Turbulenzen und Umbrüche in Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt.

Diese Entwicklungen haben weitreichende Auswirkungen auf die Arbeits- und Lebenswelt der Menschen. Bei der in Deutschland stattfindenden Debatte über die Arbeit der Zukunft wird darauf hingewiesen, dass die Revolution des Digitalen eine behutsame Evolution des Sozialen erfordert (vgl. Gugler, 2016, Gründung einer ’neuen’ Genossenschaft) und damit neue Lösungen verlangt.

Ein neues Wirtschaftssystem betritt die Weltbühne – die Kollaborativen Commons, das erste neue ökonomische Paradigma seit dem Aufkommen von Kapitalismus und Sozialismus im frühen 19. Jahrhundert, das tatsächlich Wurzeln zu fassen vermag.