Entspannung, echte Begegnung und gewachsenes Vertrauen sind die Ergebnisse der Zukunftskonferenz vom 28. November 2015 zur Zukunft der Schulstandorte in der Volksschulgemeinde. 100 Menschen haben engagiert diskutiert, ihre Perspektive eingebracht, Erwartungen und Hoffnungen geteilt. Ein grosses Anliegen ist eine frühzeitige und transparente Kommunikation, welche das Vertrauen zurückbringen kann. Eine Gruppe interpretierte für sich: „Wir wollen Demokratie leben, uns künftig aktiv informieren und lieber einmal zuviel nachfragen.“

SKEPSIS UND HOFFNUNG

Um 14.00 Uhr strömen 100 Menschen aus dem Mehrzwecksaal Rietzelg in Neukirch. Sie scheinen sichtlich entspannt – und müde. Aber beginnen wir von vorne. Um 8.30 Uhr sind sie eingetroffen, um über die Zukunft der Schulstandorte in der Volksschulgemeinde Egnach zu diskutieren. Eine grosse Zahl von ihnen kam mit einer Portion Skepsis. Einige bezeichneten die Situation als „verchachlet“, hofften aber gleichzeitig, dass der Anlass zu einer positiven Wende beitragen konnte.

FREUD UND LEID

So stiegen die Teilnehmenden bald in die erste Diskussionsrunde ein. Sie trugen zusammen, was sie auf dem bisherigen Weg frustriert und geärgert hatte. Gleichzeitig hielten sie fest, was sie gefreut und ermutigt hat. Zu Frust hat an erster Stelle die Kommunikation geführt. Sie habe zu Verunsicherung aller Beteiligten geführt. Es habe persönliche Angriffe gegeben und es sei zu Konfrontationen und zu einer Verhärtung der Situation gekommen. Auch die Zuteilung der Kinder wurde vereinzelt als negativ bewertet. Auf der anderen Seite habe die Situation dazu geführt, dass sich die Eltern mit der Schule beschäftigt hätten, zusammengerückt seien und sich engagiert hätten. Die Mitsprachemöglichkeit anlässlich der Zukunftskonferenz hat die Teilnehmenden ebenfalls gefreut.

FAKTEN UND ZAHLEN

In einem weiteren Schritt erläuterte Katrin Bressan, Schulpräsidentin, als Vertreterin der Schul­behörde, welche vollzählig anwesend war, die Rahmenbedingungen rund um das Thema Schul­standorte. Urs Oberholzer, Schulleiter, gab einen Überblick über die in den nächsten Jahren aufgrund der Geburten zu erwartenden Schülerzahlen an den einzelnen Schulstandorten. Damit war die Grundlage gelegt, um in die Zukunft zu blicken.

HARMONIE UND SPEZIALISIERUNG

Woran würden wir im Jahr 2025 erkennen, dass alles gut wäre? Die Teilnehmenden entwickelten Visionen und nahmen dabei unterschiedliche Perspektiven ein. Auch im Jahr 2025 seien die Weiler eine Spezialität der Gemeinde, deren Vor- und Nachteile allen bekannt seien, weshalb man zu Kompromissen bereit sei. Die Kinder würden zu Schulzeiten geschlossene Freundschaften auch später noch pflegen und sich an eine schöne Schulzeit erinnern. In den Familien laufe alles harmonisch ab und die Schulhäuser hätten sich im Jahr 2025 auf hohem Niveau spezialisiert. Eines sei vielleicht zu einer Tagesschule geworden, damit es gehalten werden könne. In der Welt habe sich die Schulge­meinde als Spezialistin für dezentralisierte Schulen etabliert und dabei den Spagat geschafft, familiäre Schulen mit internationalem Flair zu kombinieren.

KOMMUNIKATION UND VERTRAUEN

Auf Basis dieser Vision haben die Teilnehmenden eine Liste erstellt mit Wünschen an die Schul-behörde. Was soll diese künftig berücksichtigen, wenn sie über Schulstandorte entscheidet? An erster Stelle steht eine transparente und proaktive Kommunikation. Die Eltern wollen mit ihren Anliegen ernst genommen werden. Gleichzeitig wollen die Teilnehmenden der Behörde das Vertrauen zurück-geben und Entscheide akzeptieren. Diese müssen gut nachvollziehbar sein. Wichtig sei es, die Kinder aus einer Familie und aus einem Quartier bzw. Weiler möglichst zusammen zu lassen. Aber über alledem stehe eine qualitativ gute Schule, in der sich die Kinder wohl fühlten und die Lehrperson gerne arbeiteten.

WIE WEITER?

In einem letzten Schritt befassten sich die Teilnehmenden mit ihrem je eigenen Beitrag an eine positive Entwicklung. Sie müssten sich „an der Nase“ nehmen und an die Informationsveranstaltungen gehen, sich aktiv informieren. Sie wollten der Behörde vertrauen und gut begründete und kommuni­zierte Entscheide akzeptieren. Sie wollten sich öfter bedanken und der Behörde für ihre anspruchsvolle Arbeit Wertschätzung entgegen bringen.

Die Schulbehörde wird nun die Ergebnisse verarbeiten und eine Strategie Schulstandorte für die nächsten 5-10 Jahre entwerfen. Diesen Entwurf wird sie am 17. März 2016 der interessierten Öffentlichkeit präsentieren und Feedback einholen.

St.Gallen, Katja Breitenmoser

www.schulenegnach.ch

2017-10-13T19:30:52+00:00